Mehr als 7 500 Teilnehmer gaben nach Angaben der Organisatoren jeweils bis zu drei Stimmen ab. Greenspan lag mit 5 061 Stimmen deutlich vor dem 2006 verstorbenen Ökonomie-Nobelpreisträger Milton Friedman (3 449 Stimmen) und dem ehemaligen Finanzminister und jetzigen Präsidentenberater Larry Summers (3 023 Stimmen).
Greenspan erhält den Preis dafür, dass er als Vorsitzender der Notenbank von 1987 bis 2006 die kräftige Ausdehnung von Geldmenge und des Kreditvolumens zu verantworten hatte, welche die Krise erst möglich gemacht hätten. Außerdem habe er vehement die These vertreten, dass Finanzmärkte von Natur aus effizient seien und nicht reguliert werden müssten. Greenspan hat dies inzwischen öffentlich als großen Fehler bezeichnet.
Friedman wurde ausgezeichnet dafür, dass er mit der von ihm vertretenen wissenschaftlichen Methode der Entwicklung gefährlicher, rein fantasiebasierter Theorien zu Wirtschaft und Finanzmärkten den Boden bereitet habe.
Der Herausgeber des Real World Economic Review, der britische Ökonom Edward Fullbrook, sagte: "Der Preis ist eine Antwort auf Versuche von Ökonomen, ihre Verantwortung für die Krise zu verwischen, indem sie diese als unvorhersehbar bezeichneten." Dies sei irreführend. Vielmehr habe es eine Reihe von Ökonomen gegeben, die anhand von realistischeren Ansätzen, als sie der ökonomische Mainstream verfolge, frühzeitig vor der heraufziehenden Krise gewarnt hätten.


