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Feierlaune nach Fannie und Freddie Intervention
 
  Hedgeweb - MO, 08. SEP 2008
Kommentar & Analyse Weltweit stiegen die Börsenkurse nach der de facto Verstaatlichung von Fannie und Freddie.

Was ist denn eigentlich geschehen, dass diese Euphorie begründen könnte? Zunächst einmal ist es für alle Gläubiger der beiden Institute eine gute Nachricht. $5.400 Mrd an ausstehenden Verbindlichkeiten haben beide Institute. Viel sogenanntes Agency Debt wird von Zentralbanken, Staatsfonds und Pensionsfonds rund um den Erdball gehalten. Zudem dürfte die Rettung bedeuten, dass die Zinsen für Hypothekenschuldner in Amerika zunächst nicht weiter steigen werden oder sogar sinken.

Doch die Ernüchterung wird schnell wieder einsetzen. Wer glaubt, dass durch diesen Schritt der Häusermarkt stabilisiert werden kann, der irrt. Das Problem sind im überwiegenden Maße nicht höhere Finanzierungskosten, sondern einfach zu hohe Kreditaufnahmen vieler Haushalte. Mit zunehmender Arbeitslosigkeit werden auch zukünftig weitere Kreditausfälle entstehen, welche die Verluste bei Fannie und Freddie noch erhöhen werden. Am Ende wird der Steuerzahler für diese Verluste aufkommen müssen, denn auch der Staatshaushalt in den USA ist derzeit in keiner Situation, der noch viel Gestaltungsspielraum lässt.

Schon jetzt erfolgen über 75 Prozent aller neuen Hypotheken direkt oder indirekt durch Fannie und Freddie. Da der Plan vorsieht, das Gesamtvolumen schrittweise zu verringern, wird es durch diese Rettung nicht einfacher, zukünftig einen Hauskredit zu erhalten. Ein Ende der sinkenden Immobilienpreise ist daher noch lange nicht in Sicht.

Die Hoffnung der Börsen mag darin begründet sein, dass vergleichbare Maßnahmen auch woanders ergriffen werden. Aber erstens sollte man darauf nicht wetten, denn Fannie und Freddie waren de facto schon immer staatlich garantiert, ansonsten hätten Anleihen in der Größenordnung weltweit gar nicht platziert werden können. Und zweitens passen das kapitalistische Grundprinzip einer Börse mit dem sozialistischen Prinzip von Verstaatlichungen nun gar nicht zusammen.

 

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